Glücksspiel ist Unterhaltung — und sollte es bleiben. Hier finden Sie Warnsignale, Werkzeuge zur Selbstkontrolle und unabhängige Beratungsangebote in Deutschland.
0800 137 27 00 · kostenfrei · anonym · rund um die Uhr
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung — qualifizierte Beratung für Betroffene und Angehörige.
Glücksspiel ist statistisch betrachtet eine Form der Unterhaltung mit Kosten — vergleichbar mit einem Kinobesuch oder einem Konzertticket. Wer das im Blick behält, kann gefahrlos spielen. Wer Glücksspiel hingegen als verlässliche Einnahmequelle, Stress-Bewältigung oder emotionalen Ausweg nutzt, läuft Gefahr, Kontrolle und Geld zu verlieren. Die folgenden Grundsätze haben sich in der Praxis bewährt:
Problematisches Spielverhalten entwickelt sich meist schleichend. Frühe Warnzeichen werden oft selbst übersehen — und vom Umfeld erst spät bemerkt. Folgende Punkte sollten Anlass zur Selbstreflexion sein, vor allem wenn mehrere zugleich zutreffen:
Sie verheimlichen Spielsitzungen oder die Höhe der Einsätze vor Partner/Familie.
Um dasselbe „Kribbeln“ zu erleben, müssen die Einsätze immer höher werden.
Nach Verlusten setzen Sie sofort höher ein, um das Verlorene zurückzuholen.
Rechnungen werden verspätet bezahlt oder Sie leihen Geld für das Spiel.
Hobbys, Sport oder soziale Kontakte werden zugunsten des Spielens vernachlässigt.
Nach dem Spielen fühlen Sie sich schuldig, leer oder gereizt.
Wenn Sie eines dieser Anzeichen bei sich erkennen, ist das kein Grund für Scham, sondern für Aufmerksamkeit. Je früher gegengesteuert wird, desto leichter lässt sich problematisches Verhalten korrigieren.
Lizenzierte Online-Casinos sind regulatorisch verpflichtet, ihren Spielern wirksame Schutzwerkzeuge anzubieten. Diese sind in der Regel direkt im Spielerkonto unter „Verantwortungsvolles Spielen“ erreichbar und kostenfrei aktivierbar. Wir empfehlen, sie nicht erst „im Ernstfall“ zu nutzen, sondern präventiv von Anfang an. Eine kurze Übersicht der wichtigsten Werkzeuge finden Sie auch auf der Seite zur Kontoeröffnung.
Folgende Organisationen bieten kostenfreie und vertrauliche Unterstützung — sowohl für Betroffene als auch für Angehörige. Die Beratung ist anonym; eine Identifikation ist zu keinem Zeitpunkt erforderlich.
Bundesweit erreichbare Telefonberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Telefon: 0800 137 27 00
Beratungsplattform mit Selbsttests, Online-Beratung und Vermittlung an lokale Anlaufstellen.
Web: www.check-dein-spiel.de
Selbsthilfegruppen nach dem 12-Schritte-Programm, deutschlandweit lokale Treffen.
Web: www.anonyme-spieler.org
Übergreifendes Sperrsystem aller in Deutschland lizenzierten Glücksspielanbieter. Eine Sperre erfasst alle Anbieter gleichzeitig.
Träger: Regierungspräsidium Darmstadt
Online-Glücksspiel ist in Deutschland Personen unter 18 Jahren strikt verboten. Eltern und Erziehungsberechtigten empfehlen wir, geeignete Schutzsoftware einzusetzen, die den Zugriff Minderjähriger auf Glücksspielangebote verhindert. Auf den Webseiten der genannten Beratungsstellen finden Sie ausführliche Hinweise zur Nutzung solcher Programme — darunter „Net Nanny“, „Cybersitter“ oder die kostenfreie Lösung „JusProg“, die in Deutschland von Telemedienanbietern offiziell anerkannt ist.
Wenn Sie sich Sorgen um einen Angehörigen machen, dessen Spielverhalten Sie als problematisch wahrnehmen, sind Sie nicht allein. Die genannten Beratungsstellen helfen ausdrücklich auch Angehörigen. Wichtig ist: Vorwürfe oder Druck sind selten zielführend; ruhige, faktenbasierte Gespräche und das Angebot, gemeinsam einen ersten Beratungstermin wahrzunehmen, helfen mehr. Auch Angehörige selbst dürfen sich Unterstützung holen — die psychische Belastung ist oft erheblich.